Andacht 08/2019:

Als wir einem Australier unsere Routen durch sein Land aufzählten, konterte er: „Und wieviel Kilometer seid ihr schon durch Deutschland gefahren?“ Das überraschte uns, denn gewöhnlich staunten die Leute: „Ihr habt ja mehr gesehen als wir.“ So fiel uns nur ein: „Deutschland bereisen wir, wenn wir alt sind.“ Beim Nachzählen kam aber doch eine ganze Liste von besuchten Stätten zusammen. Während wir von der Ferne schwärmten, schien dem Mann die Nähe wichtig zu sein.

Vor 40 Jahren lautete das Thema eines Ehekreises: Urlaubserlebnisse. Dort müsste sich ja ein Paar fehl am Platz fühlen, das kein Geld für eine Reise gehabt hatte. Also brachte der Pastor das beigefügte Foto mit und fragte, wo es aufgenommen sein könnte. Ein großes Raten begann. Scließlich lüftete er das Geheimnis: Blick durch die Unterteile einer Bank in den Anlagen um die Ecke. Großes Staunen kam auf. Dann lohnt es sich ja überall die Augen offen zu halten, und keiner ist bevorzugt oder benachteiligt.

Der Naturfotograf Pastor Friedrich Haubner, langjähriger Leiter der Marburger Medien, lädt zu Fotosafaris ein, nicht in der Serengeti, sondern in der Heimat. Er meint nämlich, dass auch vor der Haustür fotogene Pflanzen und Tiere leben (s. Google). Was man sieht scheint ihm wichtiger zu sein, als wo man sich umsieht.

Kurioserweise hat ausgerechnet eine australische Schwester mir auf Facebook einen Film geschickt: Germany Is a Blast. Er zeigt fünf Erlebnisse, die du nur in Deutschland haben kannst: Schloss Eltz (12. Jh., 33 Generationen im Besitz einer Familie), Tropical Islands und Alpakafarm bei Berlin, Bunte Schokowelt von Ritter Sport und das (Musik-)Hotel NHOW in Berlin. Das Fernweh hat also auch eine Gegenrichtung!

Nach einem Gottesdienst äußerte ein australischer Vortragsreisender unserem gemeinsamen Gastgeber gegenüber Verwunderung, dass wir am anderen Ende der Erde nichts Besseres zu tun haben als die Kirche zu besuchen und ihm zuzuhören. Diese Verwunderung wunderte uns nun wieder.

Wir wollen nämlich nicht Urlaub von Gott machen, sondern halten es mit dem alten Wort: Hast du viel gesehen und hast nicht Gott gesehen, so hast du nichts gesehen. Denn der Psalmist lädt uns in allen Bereichen der Natur, der Menschheit und der Gemeinde ein: Kommt her und schauet die Werke des Herrn (46,9), damit wir dann fröhlich singen von all seinen Werken (92,5f). Zum Alltag mit Gott gehört untrennbar auch der Urlaub mit Gott.
Abwechslung und Entspannung dürfen dabei natürlich einen weiten Raum einnehmen, aber sie sollten nicht das alleinige Anliegen oder gar die Hauptsache sein. Denn die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt, ganz egal ob im Vordergrund oder im Hinterkopf. Und die Hauptsache heißt für einen Christen: Gott

 

2019.08 01

Pastor Werner Dietrich, Pastoren in Ruhe

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Darüber hinaus gehören weitere Gemeinden zu unserem Landesverband.


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