Februar-Andacht 2019

Andacht 02/2019:

Die Anatomie der Engel 

Eine Mitarbeiterin der Sonntagsschule wünschte sich eine Bundeslade. Die Kinder sollten sich vorstellen können, wovon sie redet. Ein Foto aus dem Jerusalemer Museum reichte gleich mit.
2019.02 01Olivenholz – muss ja nicht sein. Zum Schnitzen wäre Lindenholz am geeignetsten. Woher nehmen. Da bewährte es sich wieder, wie weitsichtig Gott arbeitet: Vor 15 Jahren hatte unser Enkel eine Schnitzphase. Also kaufte ich ein großes Lindenbrett. Das ist nun noch fast vollständig vorhanden.

Ich stellte mir den Gnadenthron längs geteilt vor und begann praktisch von innen Holz abzutragen. Weil die sechsflügligen Seraphim (Jes. 6,2) mit zwei Flügeln ihr Gesicht bedecken, wollte ich den Kopf nicht zwischen den Flügeln sichtbar sein lassen, wie sonst üblich. Also ließ ich die Flügel auf ganzer Länge aneinander stoßen. Sie sollten ja auch den Gnadenthron bedecken (2. Mo 25,20).Wo mussten die Flügel am Rücken sitzen, damit sie nicht abbrechen. Wie weit war ihr Abstand vom Kopf?
Mir war so, als stießen ihre Spitzen aneinander, jedoch nicht bei anderen Modellen. Endlich schlug ich in der Bibel nach (1. Kön 6,27). Aber ich hatte zu großzügig durchgesägt. Ein Flügel war zu kurz. Ausgerechnet an dieser Seite war auch der Fuß zu kurz geraten, äh anders angestellt. Die Kindertante hatte eine Erklärung parat: Auch unter den Engeln gibt es Lausbuben.
Ganz selbstverständlich legte ich die Hände anbetend aneinander. Zu spät verglich ich. Überall wurden die Arme parallel schräg nach oben gehalten. Aber wenn Gott zwischen den Engeln erscheinen konnte (4. Mo 7,89), musste ja keine Entfernung angedeutet sein.
Die Lade war aus Akazienholz. Von unserer Wohnzimmerdecke hatte ich noch Reste Zedernholz. Die erschienen mir edel genug. Als Tragestangen eigneten sich Palmenhölzer aus Blumentöpfen.
Für die Gesetzestafeln nahm ich Schieferstücken. Blieb noch die Frage des Mannas. Weißes Pulver gab es; das schien mir nicht geeignet. "Harz Kathedrale" besteht aus gelblichen Stückchen. Zumindest lässt sich das essen. Um es aber süß zu finden, brauchte ich viel Phantasie. Ob es doch Weihrauch ist?
Das „Vergolden“ überließ ich den KGD-Fachleuten.
Einige Fotos meiner Bundeslade verschickte ich als Weihnachts- und Neujahrsgrüße mit dem Hinweis, dass die himmlischen Scharen - wie Weihnachten - immer in Aktion sind. Beim Treffpunkt Erfahrung der Senioren standen Wachsengel auf dem Tisch, und ich konnte die Anatomie studieren. Der größte Junge spielte im Krippenspiel einen Engel. Ihm hatte man eine leuchtend grüne Lockenperücke aufgesetzt. Riesengelächter. Warum eigentlich? Wer weiß schon, wie Engel aussehen!
Anstelle der üblichen Jahresgabe hat der Bildhauer Berthold Dietz/Lichtentanne einen schwebenden Engel verschickt. Der bildet nun die Krönung meiner Engelgedanken.
2019.02 02
Auf dem Rücken trägt er die Aufschrift: Auch heute wachen Engel

Vielleicht borge ich mal den Gnadenthron für eine Bibelstunde: Griffel gibt es noch. Man könnte also Zahlen, Symbole oder Stichworte der Zehn Gebote auf die Schiefertafeln schreiben. Eine gebratene Wachtel und Manna, dazu Mineralwasser aus tiefstem Felsen: ein Wüstenmahl wäre perfekt. Aus der Mitte der Lade könnten Gottes Worte erklingen. Und zum Schluss Anbetung; aber wie halten wir die Hände?

Pastor Werner Dietrich, Pastoren in Ruhe

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.


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