Oktober-Andacht

Impuls 10/2017:

Verrechnet

In jedem Jahr Anfang Oktober wird in den christlichen Kirchen ein Erntedankgottesdienst gefeiert. Das Erntedankfest will uns erinnern, dass jede Ernte nicht nur das Resultat fleißiger Hände Arbeit ist. Sie ist auch ein Geschenk des Himmels. Mit einem solchen Gottesdienst soll deshalb ein besonderer Dank an den gehen, der das Gedeihen geschenkt hat.
Wir sind heute nicht mehr so unmittelbar davon abhängig, ob es in jedem Jahr eine gute Ernte gibt. Das ist mit Sicherheit auch das Ergebnis klugen und fleißigen Wirtschaftens. Aber der Mensch verfällt immer wieder sehr schnell dem Glauben, er habe alles im Griff.

So ging es den Kommunisten mit ihrer Parole „Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein“. Das reimte sich und entsprach ihrer Weltsicht, es gäbe keinen Gott. Und wenn es ihn gäbe, dann bräuchten sie ihn nicht. Die bitter-peinliche Ironie ihrer Parole war, dass es ausgerechnet in kommunistischen Ländern zahlreiche Missernten und sogar Hungersnöte gab.
Jesus erzählt einmal die Geschichte eines fleißigen und sehr erfolgreichen Landwirts (Lukas 12). Eines Jahres kündigt sich eine riesige Ernte an. Und was tut er? Das kommt mir so bekannt vor: statt eines Dankliedes stimmt er ein Klagelied an. "Ich habe keinen Platz". Dann baut er entschlussfreudig eine größere Scheune. Er wird einfach seinen Reichtum vermehren, etwas auf die hohe Kante legen. Jetzt hat er es geschafft. Vielleicht meint er, das sei das Glück des Tüchtigen. Jesus sieht die Dinge völlig anders. Er nennt ihn einen Dummkopf. Seine Dummheit besteht darin, dass er selbst angesichts dieser großartigen Ernte nur mit sich beschäftigt ist. Neunmal stehen in diesem kurzen Text die Worte "ich" oder "meine". Weder Gott noch irgendeinen Mitmenschen hat er auf seiner Rechnung. Er hofft, diesen Reichtum auf seine alten Tage hin sorgenfrei genießen zu könne. Aber dazu kommt es nicht in dieser Geschichte, der Mann wird noch in der Nacht sterben.
Glauben heißt mit Gott rechnen. Wer ihn nicht auf der Lebensrechnung hat, wird sich immer verrechnen und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, ein Dummkopf zu sein!

 

Pastor Christoph Döllefeld, EFG Aue-Lauter

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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Jahresprogramm 2018 erschienen

Das Jahresprogramm wird jährlich herausgegeben und enthält viele Bildungsangebote aus den unterschiedlichen Bereichen des BEFG..

19.10.2017

Gegen das Verschweigen

Seit dem 1. Oktober gibt es im BEFG eine Anlaufstelle für Betroffene sexueller Gewalt.

18.10.2017

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