2017 – Jahr des 500. Reformations-Jubiläums

Impuls 02/2017:

Zur Zeit wird überall über die Reformation geredet und geschrieben. Bei books.google.de usw. kann man alle möglichen Fakten und Gedanken nachlesen. Deshalb hier nur ein paar Splitter.

   ecclesia semper reformanda Die Kirche ist immer zu reformieren

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Die Jubiläumsuhr hat keine Ziffern. Sie zeigt nicht auf 1517. Sie zeigt nicht auf 387, als Augustinus sich taufen ließ, der später überzeugt war, dass Reform der Kirche eine Rückkehr der „Kirche Kains“ zur „Kirche Abels“ ist. Sie zeigt auch nicht auf die Nachkriegszeit und Karl Barth: ecclesia reformata, semper reformanda secundum verbum (Die reformierte Kirche ist immer zu reformieren nach dem Wort Gottes). Sie schaut uns an, als wäre Reformation unser ureigenstes Anliegen. Wo und wie sollten wir beginnen?
Bei der Gründung neuer Glaubensgemeinschaften spielen gern auch viele nicht-theologische Faktoren eine Rolle. Umgekehrt könnte ein nicht-theologischer Satz aus der Abschiedsrede Barak Obamas uns im Jahr des Reformations-Jubiläums Weg weisen, wenn wir „demokratisch“ durch „kirchlich“ ersetzen:
2017.02 2Man beachte: alle – unsere – reformieren.

   Spaltpilz des Protestantismus

Welch hoffnungsvolles Bild: Die reformationsgesonnenen Huldreich Zwingli, Felix Manz, Konrad Grebel und Jörg Blaurock studieren gemeinsam die hebräische Sprache. Aber bald wurde Manz ertränkt, Blaurock verbrannt, Grebel musste aus dem Gefängnis fliehen. Schließlich wurde Zwingli selber nach der Niederlage gegen die katholischen Kantone getötet, gevierteilt und verbrannt.
Eigentlich wollte Luther die katholische Kirche nur reformieren, wie mancher vor ihm. Als ihn aber die Bannbulle vom 3.1. 1521 aus der Kirche ausschloss, musste er einen eigenen Weg finden, und
er ging einen isolierten.
Die Reformatoren kannten zwar die Schriften der Gleichgesinnten, aber es gelang ihnen nicht, unter einen Hut zu schlüpfen. Jeder war zu sehr von der Richtigkeit der eigenen Aktivitäten in seiner
eigenen Umgebung überzeugt, als dass er mit anderen hätte zusammenarbeiten können.
In ähnlicher Weise stand immer jemand auf, der Reformation weiterführen wollte. Es klingt fast, als hätte Luther die „Rotterei“ pietistischer Kreise schon geahnt, als er in der Vorrede zur Deutschen Messe seinen Traum von einer (Art Frei-)Kirche beschrieben hatte.
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Die Pietisten drangen dazu – und trennten sich von der Kirche.
Und so wird vielerorts vom Spaltpilz des Protestantismus geredet.

   Reformation deines Lebens

Wenn wir Luther wären, könnten wir auch reformieren. Aber... Vor einem halben Jahrhundert fand in Rathenow eine Evangelisation statt mit dem Thema: Reformation deines Lebens.
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Fangen wir das Reformieren doch einfach in unserem eigenen Leben an - und sehen später weiter.
Die reformatorischen „sola“ passen ja gut auch in unseren Alltag: Christus allein, allein aus Gnaden, allein durch Glauben, allein die Schrift. Dieses letzte „allein“ hat den baptistischen Bildhauer Bertold Dietz, Zwickau, zu folgender Miniatur angeregt:

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Folgen wir doch einfach seinem Hinweis und nutzen Luthers Angebot: Wir lesen die Bibel

   Nachspiel

Jetzt habe ich meiner Frau zum 74. einen Luther geschenkt:
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Nun werden wir ein ganzes Jahr lang Reformation spielen.

   Übrigens: Schon Luther kannte uns

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Werner Dietrich, Pastor in Ruhe, EFG Schmiedeberg

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.


Jahresprogramm 2018 erschienen

Das Jahresprogramm wird jährlich herausgegeben und enthält viele Bildungsangebote aus den unterschiedlichen Bereichen des BEFG..

19.10.2017

Gegen das Verschweigen

Seit dem 1. Oktober gibt es im BEFG eine Anlaufstelle für Betroffene sexueller Gewalt.

18.10.2017

interner Bereich

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