Andacht 05/2019:

Der Größte

Wilhelm Busch - nicht der Zeichner von Max und Moritz, sondern ein Jugendpastor gleichen Namens aus Essen - erzählte einmal eine berührende Geschichte. Er war von einem unbekannten Anrufer gebeten worden, eine Beerdigung zu übernehmen. Eine Artistin des Circus Sarrasani, der in der Stadt gastierte, war zu Tode gekommen. Eine Indianerin. War sie Christin? Man wusste es nicht. Wilhelm Busch sagte zu. Als er am Beerdigungstag in der Friedhofskapelle stand, hörte er plötzlich Musik. Der ganze Zirkus kam anmarschiert. Drei Musikkapellen. Dahinter der Zirkusdirektor. Dann kamen die Indianer - der hochgewachsene Häuptling, dann die anderen Männer und Frauen seines Stammes. Große, hagere Gestalten im Schmuck der Adlerfedern.

 Dahinter ein endloser Zug: Kosaken und Tartaren, Chinesen und Japaner, Nordafrikaner und Cowboys von den Vereinigten Staaten, Schwarze, Tänzerinnen. Besondern fiel ihm eine Reihe junger Mädchen in Reithosen und Sporen-stiefeln auf, deren Gesichter über und über geschminkt und gepudert waren. Sie alle füllten schwatzend und lärmend die enge Friedhofskapelle. Ein großes Gedränge. - Als Busch den Zirkusdirektor fragte, ob die Leute denn deutsch verstünden, meinte der lachend: „Erzählen sie nur irgendwas, die meisten können kein Deutsch“. Da wurde es Wilhelm Busch doch ein bisschen anders. Er begann zu reden und merkte auch, dass kaum einer zuhörte. Bis - ja, bis der Name 'Jesus' fiel. Da wurde es in der Friedhofskapelle plötzlich ganz still. Dieser Name war offenbar bekannt. Auch bei den Mädchen waren Lippenstift und Spiegel verschwunden. Sogar Tränen flossen. Wilhelm Busch erzählte weiter: „Und während ich den Namen Jesus verkündige und all diese Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt vor ihm stille werden, ist mir's als erlebte ich schon ein Stücklein von dem, was am Ende einmal sein wird: Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind“. - Am Ende der Zeit werden wir alle vor dem Größten stehen, vor Jesus. So wird es in der Bibel vorhergesagt. Alle Menschen. Er, der für uns durch den Staub gegangen und für uns alle am Kreuz gestorben ist, ist der Größte. Vieles kann man am Ende des Lebens vergessen, ihn sollten man kennen.

Pastor Christoph Döllefeld, Pastor iR. aus Aue-Lauter

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Darüber hinaus gehören weitere Gemeinden zu unserem Landesverband.


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